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Kaum zu glauben

In einer mittelalterlichen Stadt namens Schilda lebten einst ein paar schlaue Bürger... In einer lebendigen Stadt namens Landsberg spielten jüngst die Viertklässler der Freien Waldorfschule das Theaterstück „Die Bürger von Schilda“ auf.

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„Nein, was sind wir für kluge Leute, das ist ja kaum zum Aushalten“, ruft die Köhlerin immer wieder von der Bühne. Und das Publikum möchte am liebsten rufen: „Ja, was seid ihr für wunderbare Spieler, die ihr mit so viel Spielfreude, Witz und klaren Stimmen die Bürger von Schilda darstellt und uns die Geschichten vom Rathausbau ohne Fenster, von der Bürgermeisterwahl mit Gedichtwettbewerb und dem Besuch der Kaiserin, der man halb geritten und halb gelaufen auf Steckenpferden entgegen kommt, erzählt.

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Die Klassenlehrerin Barbara Pfeiffer hat die Spieler in zwei Besetzungen aufgeteilt, die jeweils am Vormittag vor den Schülern und am Nachmittag vor Eltern, Verwandten und Freunden das Stück zeigen. Wer gerade nicht auf der Bühne spielt, begleitet im Klassenorchester das Stück mit beschwingter Musik, die von der Musiklehrerin Barbara Mayer komponiert und einstudiert wurde.Vor stimmungsvoller Kulisse und in wunderbaren Kostümen präsentieren die Schüler die einzelnen Bürger, Handwerker, Ochsen- und Schweinehirten, die auf ihre ganz eigene, sehr unterhaltsame Art ihre Probleme zu lösen versuchen.

 

 

Das Publikum muss immer wieder herzhaft lachen und in der Schüleraufführung am Vormittag ergänzen die Erst- und Zweitklässler im Publikum freudig die falschen Reime der Schildbürger beim Gedichtwettbewerb zur Bürgermeisterwahl. Als der Senftopf, ein Gastgeschenk für die Kaiserin zu Boden fällt, springt das junge Publikum auf, um zu sehen, wie der imaginäre scharfe Senf am Boden zerläuft und ekeln sich mit der Kaiserin, wenn am dreckigen Finger des Schmieds der scharfe Senf als Anspielung auf den scharfen Verstand der Schildbürger zum Probieren angeboten wird.

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Am Nachmittag wird ebenfalls viel gelacht und so mancher Zuschauer denkt nebenbei, wie aktuell doch die Geschichten aus Schilda sind: gibt es da nicht irgendwo einen Flughafen, der nie fertig wird und eine Stadt mit Aussichtsturm ohne Aussicht... Kaum zu glauben, aber Schilda ist überall. Mit viel Applaus wird zum Schluss den jungen Darstellern und Musikern für diesen wunderbaren Ohren- und Augenschmaus gedankt!

(Text und Fotos von Vanessa Schormann)

12. Klass-Theater

Gretchen tötet ihr neugeborenes Kind. Woyzeck bringt aus Eifersucht und Verzweiflung seine untreue Frau um. Raskolnikov ermordet aus philosophischem Forschungsinteresse heraus eine Pfandleiherin. Alle finden sich im Gefängnis wieder. Wie steht es um ihre Schuld?

Um diese drei berühmten Mörder der Literaturgeschichte dreht sich das diesjährige Theaterstück der 12. Klasse. Faust von J.W.v. Goethe, Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewskij und Woyzeck von Georg Büchner werden hier befragt, bearbeitet und in Form einer Collage aufgeführt. Die drei Morde basieren auf völlig unterschiedlichen Motiven und werfen damit die Frage auf, ob Schuld eine unveränderliche Tatsache ist oder nicht doch je nach dem ein größeres oder kleineres Gewicht haben kann. Kann das gleiche Verbrechen unterschiedlich schwer wiegen? Und: ist Schuld eine natürliche Gegebenheit oder doch nur ein willkürliches gesellschaftliches Konstrukt? Wer sagt eigentlich, dass Mord ein Verbrechen ist? „Ein Netz aus Schuld“ birgt einige Überraschungen und hat ein Ende, das keiner vorher sehen kann.

Klasse12 Theater 2017

Musikalische Matinée der Mittelstufe am 28.01.17

Welch ein schöner Tag, dieser 28. Januar 2917! Noch herrschten Minusgrade, aber es präsentierte sich ein herrliches Wetter mit viel Sonnenschein, das zum Skifahren oder Eislaufen einlud. Einige Schüler unserer Schule hatten sich für diesen Tag zunächst aber einen anderen Plan zurechtgelegt und ihre Schritte nicht in die Berge oder an einen zugefrorenen See gerichtet, sondern sie waren in den großen Musiksaal gekommen, um ihr musikalisches Können zu zeigen.

Im Rahmen der Matinée der Mittelstufe spielten sie jeweils ein oder zwei Stücke vor, solo oder auch im Duo, und sie nutzten damit die Gelegenheit, um ein fertig einstudiertes Werk einem interessierten, fachkundigen und natürlich familiär nahestehendem Publikum, darzubringen.

Matinee 2017 Jan

Es wurde eine schöne vormittägliche Musizierstunde, die den sonnigen Tag auch in den großen Musiksaal brachte. In selbstbewusster und gekonnter Manier brachten die sieben jungen Künstler ein interessantes Programm zum Erklingen. Marlon und Dominik trugen auf der Gitarre ein Menuett von Jean Leclerc vor, Leoni folgte mit einem Arrangement des allseits bekannten Klavierstücks „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven für Harfe. Aus neuerer Zeit stammt der Tango „El Cachorrito“ von Angel Villoido und das Arrangement des irischen Folksongs „Morrison`s Jig“ von Igudesman, beide Stücke interpretiert von dem Violinduo Lisa und Paula.  Es folgte mit „Tears of Heaven“ein Ausflug in die Popmusik, vorgetragen – wie könnte es bei Eric Clapton anders sein – in einem Arrangement für Gitarre von Niklas und seiner Lehrerin. Nach einem weiteren Gitarrenstück, einer leichten Sonate von Leonhard Call – ebenfalls von Niklas gespielt – setzte Elias auf dem Schlagzeug mit „Soul Vaccination“ von Tower of Power sowie „Mushango“ der Rockgruppe Toto (begleitet am Klavier von seinem Vater) den Schlusspunkt unter das vormittägliche Konzert.

Mit einem langanhaltenden Applaus bedankten sich die Zuhörer bei den jungen Künstlern für die schönen und gelungenen Beiträge und man verabschiedete sich einstimmig mit einem „Weiter so!“ in das Wochenende.

 

Weihnachtsspiele 2016

Über viele Jahre wurden die Oberuferer Weihnachtsspiele an unserer Schule in einer sehr tragfähigen Inszenierung von Eurythmistin Aiga Matthes gezeigt – eine Erfolgs-Serie, die im Januar 2015 in der  großartigen Aufführung im Carl-Orff-Saal im Münchener Gasteig gipfelte. Danach brauchte es erst einmal ein Jahr Pause, um die Spiele neu zu denken, neu zu greifen und neu zu planen. Unter dem Eindruck von Weihnachtsspielen in Spanien und Italien, wo sehr lebendige Krippen- und Heiligenspiele erlebt wurden, entstand der Wunsch,  das Christgeburtsspiel an vier Stationen in unserer Schule zu zeigen.

Christgeburtspiel 2016

Nur mit der tatkräftigen Unterstützung vieler Lehrer und Eltern, den Mitarbeitern aus der Verwaltung, unseren Hausmeistern und der gesamten Schulküche konnte dieses logistisch aufwändige Projekt realisiert werden. Schließlich wurde das Publikum in insgesamt acht Aufführungen auf den Weg gebracht und durch jede Station (den Advent der Verkündigung, die Geburt, die Erweckung der Hirten und schließlich in die Anbetungsszene) geführt. Erstmalig trugen auch lebendige Tiere zu der besonderen, echten Atmosphäre bei. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Inszenierung ist mit großer Freude geprobt und schließlich, möchte man den vielen positiven Rückmeldungen Glauben schenken, auch mit solcher vom Publikum aufgenommen worden!

Nach der Schule ist vor dem Leben – und was jetzt? Die Abkürzung YEP, steht für Young Eurythmy Performance. Die Idee war überfällig: sich Zeit nehmen für die Entdeckung der Bühnenkunst der Eurythmie.

YEP! findet zum zweiten Mal statt. Was dieses Projekt von allen anderen Projekten dieser Art unterscheidet, ist der Entwicklungszeitraum. Vier Monate proben, leben und arbeiten die acht Jugendlichen aus verschiedenen Ländern miteinander. Kunst braucht Muße und dies gilt besonders für die Eurythmie. Das Projekt bietet einen Raum der Auseinandersetzung und Begegnung in einzigartiger Weise. Was durch eine solche Arbeit entstehen kann, zeigte sich bereits eindrucksvoll bei den Aufführungen im Vorjahr. Es sind die Initiative, die Ideen  und die Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer, die das Programm gestalten. Die künstlerischen Leiter Sonnhild und Aurel Mothes verstehen sich als Wegbereiter und Impulsgeber in diesem Prozess.

Wohin die Reise nach innen dieses Mal führt, darauf darf man gespannt sein. Im Programm stehen Werke für Klavier, die Sonate in c-moll von Ludwig von Beethoven, Sonate Nr. 5 von Galina Ustwolskaja, Mephistowalzer von Liszt, sowie eigene Texte der Mitwirkenden zur Situation der Erde und der Menschheit. Die Welt ist eine einzige Fremde geworden. Wie man in ihr überhaupt noch ein Ziel findet das Heimat verspricht? Was die Jugendlichen zu diesem Zeitthema zu sagen haben, wird Teil dieses künstlerischen Projektes sein, mit dem sie von Mitte Januar 2017 bis  Ende April unterwegs sind.

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Neben einer großen Tournee durch den deutschsprachigen Raum, Holland und Tschechien plant das YEP-Team auch eine Aufführungsserie in Brasilien und Argentinien.

Eurythmie: Anna-Maria Sachs, Fiona Haas, Maria Tserepaha, Morven Liebscher, Helena Arweiler,  Thomas Stott, Pedro Guedes.  Flora Lou Saß.

Piano: Nikita Kopylov

Kostüme: Heike Kahl

Licht: Moritz Meyer, Peter Jackson

Künstlerische Leitung: Sonnhild und Aurel Mothes

www.yep-eurythmie.de