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Alpenüberquerung II

Die Alpenüberquerung in der Klassenlehrerzeit

Wir versammelten uns auf dem Schulhof und staunten über das große Transparent, das von Eltern aufgerichtet wurde. Nach einem Startsignal durchschritten wir das hochgehaltene Tor, auf dem uns in großen Buchstaben Glück für unsere Unternehmung gewünscht wurde. Nun war es soweit, wir starteten die erste Etappe unserer Alpenüberquerung. Alle Anwesenden klatschten Beifall und wünschten uns alles Gute. Alle fühlten sich mächtig beschwingt, ob dieser enormen Aufgabe, deren Ziel noch ungreifbar in weiter Ferne lag. Trotzdem gingen wir frohgelaunt los und nach wenigen Kilometern, genau genommen mit einer Brotzeit in Pitzling, endete der erste Tag. Das war nun kein unvorhergesehener Stopp, sondern vielmehr das glücklich erreichte Etappenziel!

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So begann vor drei Jahren unser Projekt der Alpenüberquerung, das uns während der Klassenlehrerzeit, also in den ersten acht Schuljahren begleiten soll. Ein Projekt, das so neu gar nicht ist. Viele Schulen erkennen inzwischen den Wert einer solchen Unternehmung für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und bieten eine Alpenüberquerung an. Diese richtet sich allerdings an Schüler der oberen Mittelstufe bzw. der Oberstufe und wird en bloc durchgeführt. Das Projekt in acht Jahre zu teilen und damit durch altersangemessene Teilstücke auch jüngeren Kindern zugänglich zu machen, ist ein Spezifikum. Vor allem Waldorfschulen machen Projekte wie dieses möglich und erlauben den Kindern dadurch auch mit ihrem Lehrer oder ihrer Lehrerin auf eine besondere Weise zusammenzuwachsen.

An der Freien Waldorfschule Landsberg wird diese Alpenüberquerung nun zum zweiten Male durchgeführt. Die Pionierarbeit ist in den vergangenen Jahren von Frau Umbach als Klassenlehrerin und durch einen großartigen Einsatz von Elternseite, die die Strecken geplant und im Vorfeld durch Begehung und Befahrung erkundet haben, geleistet worden. Neben dieser Arbeit gebührt der gesamten Elternschaft dieser Klasse Respekt. Sie haben durch Vertrauen gegenüber den Planern und ihren Kindern, durch Mut zum unbekannten Risiko und durch Tatkraft für die Beschaffung der nötigen Finanzen dieses Projekt mitgetragen.

Nun geht die jetzige 5. Klasse schon seit vier Jahren diesen Weg: zuerst nach Pitzling, dann den Lech entlang über das Hörnle, durch die Partnachklamm zum Schachenhaus und weiter nach Tirol. Während dieser Strecken hatten auch wir Erlebnisse, die bleibend sind und uns als Klasse verbinden. Zudem zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass es gerade die besonderen Anforderungen, schwierigen Umstände und großen Anstrengungen sind, die nach Bestehen spannende, bleibende Erlebnisse sind.

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Eine Besonderheit dieser bisherigen Strecken, die noch nicht wirklich hochalpin waren, ist eine Fahrradetappe, die uns von Mittenwald, hinunter ins Inntal und dann entlang des Ötztals bis nach Sölden führte. Diese Etappe bot nach bestandener Fahrradprüfung in der 4. Klasse als große Bewährungsprobe ein unglaublich spannendes Abenteuer. Sie forderte eine gute konstitutionelle, materielle und logistische Vorbereitung. Bei der Durchführung staunten nicht nur die erwachsenen Begleiter, wie die Kinder über sich hinauswachsen ‑ auch was die nötige Disziplin anbelangt ‑ wenn man ihnen die Gelegenheiten gibt, sich zu bewähren.

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