Porträt

  • Die Freie Waldorfschule Landsberg liegt am östlichen Stadtrand. Mit ihren verschiedenfarbigen Gebäudeteilen und Freiflächen wirkt sie wie ein eigenes kleines Dorf. Gegründet 1987 in Schondorf am Ammersee, fand die Schule 1995 in Landsberg eine neue Heimat – und hat derzeit etwas über 400 Schüler, 40 Lehrkräfte und ebenso viele weitere Mitarbeiter. Auf dem Schulgelände befinden sich auch eine Sporthalle, eine Bibliothek, eine eigene Schmiede, eine Holzwerkstatt, ein großer Schulgarten und der Waldorfkindergarten Landsberg mit Kinderkrippe. Die Schulküche mit Cafeteria sorgt mit biologisch-dynamischen Produkten für das leibliche Wohl und ist Treffpunkt für Schüler, Eltern und Mitarbeiter.

    Ein großer Saal bietet genügend Raum für Theater, Konzerte, Ausstellungen, Feste und Basare, wie den Sommermarkt oder das bekannte Lichterfest. Mit diesem Angebot schafft unsere Schule neben der reinen Wissensvermittlung viel Raum für Kreativität, Bildung und Gemeinschaft.

Rundgang

  • 1. Haupteingang , 2. Saal , 3. Küche , 4. Naturwissenschaften , 5. Schulücherei , 6. Turnhalle , 7. Lichthof , 8. Glockenturm , 9. Südhaus, Grundschule und Offene Ganztagsschule , 10. Parkplatz , 11. Hartplatz , 12. Acker , 13. Schulgarten , 14. Handarbeit , 15. Werken , 16. Gartenbau , 17. Waldorfkinderkarten Landsberg und Kinderkrippe

Pädagogik

  • „Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.“
    Rudolf Steiner

  • Grundlagen

    Die Grundlage der Waldorfpädagogik ist das Menschenbild Rudolf Steiners, demzufolge das Kind als einzigartiges Individuum mit je eigenen Begabungen auf die Welt kommt. Die Schule ist über viele Jahre des Heranwachsens der Ort, an dem diese Individualität sich und ihre Fähigkeiten entwickeln und entfalten kann, indem sie auf vielfältige Weise mit der Welt und den Menschen in Beziehung tritt. Die Waldorfpädagogik entsteht aus dem Bemühen, den Unterricht so zu gestalten, dass sich das Kind an den erlebten Inhalten gewissermaßen selbst erziehen und bilden kann. Aufgrund dieser Auffassung ihres Bildungsauftrags ist die Waldorfschule bemüht, ihre Form lebendig zu halten und vor Erstarrung zu bewahren. Gleichwohl erweisen sich zwei Formelemente, die Rudolf Steiner schon für die erste Waldorfschule vor mittlerweile 100 Jahren einführte, bis heute als offenkundig richtig und unverzichtbar für die Schulgestalt.

    Von der 1. bis zur 12. Klasse

    Das eine Formelement ist die Schulklasse, die als Gemeinschaft von der Einschulung in die erste Klasse über zwölf Jahre bis zum Ende der Waldorfschulzeit zusammenbleibt. Der gemeinsame Weg durch die gesamte Schulzeit ermöglicht stabile Beziehungen und tiefe Gemeinschaftserlebnisse. Die Klasse wird in den ersten acht Jahren eng von einem Klassenlehrer oder einer Klassenlehrerin begleitet. Es findet keine Selektion nach Bildungsabschlüssen statt, im Gegenteil wird es für die Kinder in den vielen zusätzlichen handwerklichen, künstlerischen Fächern, den Reisen und den Theaterprojekten und Praktika-Phasen eine erlebte Selbstverständlichkeit, dass es keine „guten“ und „schlechten“ Schüler gibt, sondern sehr verschiedene Begabungen, die sich gegenseitig unterstützen und ergänzen können. Eine Beurteilung und Bewertung der Schüler nach genormten Kriterien ist mit waldorfpädagogischen Zielen nicht zu vereinbaren.

    Selbstverwaltung

    Das zweite Formelement ist die Selbstorganisation des pädagogischen Kollegiums. Jede Klasse wird in den ersten acht Jahren von einer Lehrerpersönlichkeit geführt, die in größtmöglicher pädagogischer Freiheit und Eigenverantwortung ihre Klasse in vielen Fächern unterrichtet – ergänzt durch Fachlehrer(innen), mit denen sie sich inhaltlich abspricht. Die Gesamtheit der Lehrer(innen) wiederum ist durch die wöchentlich stattfindenden pädagogischen Konferenzen in einem intensiven Austausch über ihre Arbeit und die Schüler.

    Unterricht

    Der vielseitige Fächerkanon der Waldorfschulen möchte Kopf, Herz und Hände der Schülerinnen und Schüler ansprechen. Es geht nicht in erster Linie um die Menge des erworbenen Wissens. Vielmehr soll der Unterrichtsstoff durch eine altersgemäße Vermittlung eine umfassende Auseinandersetzung mit der Welt ermöglichen. Dabei unterrichtet der Klassenlehrer bzw. die Klassenlehrerin im täglichen zweistündigen Hauptunterricht die jeweiligen Stoffgebiete in Epochen. Das heißt, dass über einen drei bis vierwöchigen Zeitraum ein Thema vertiefend bearbeitet wird. Ab der neunten Klasse wird der Epochenunterricht von den jeweiligen Fachlehrerinnen und –Lehrern gehalten.

    In der Oberstufe wird auf Gymnasialniveau unterrichtet, so dass die Schüler je nach Eignung und Engagement im Anschluss an die 12. Klasse die staatlichen Abschlüsse (Mittlere Reife oder Abitur) ablegen können.

    Der Unterricht in zwei Fremdsprachen, sowie Malerei und Musik und das waldorfspezifische Bewegungsfach Eurythmie durchziehen die gesamte Schulzeit ab der ersten Klasse. Hinzu kommen schuleigene Werkstätten für die Arbeit mit Holz, Ton, Metall, Textilien. Gartenbau im biologisch-dynamischen Schulgarten, Praktika in der Schulküche, im Wald, Feldmessen, Landwirtschaft, Handwerk, in sozialen Lebensfeldern, Unterricht in Malerei und Bildhauerei, Chor- und Orchesterprojekte, Schulfeste, Theateraufführungen in allen Klassenstufen, Klassenreisen in fremde Länder... und vieles mehr, das aus dem Engagement der Lehrerinnen und Lehrer in Zusammenarbeit mit den Elternhäusern entsteht, bildet die Vielfalt der gesamten Schulzeit. Wir wünschen uns, dass an ihrem Ende die jungen Erwachsenen selbstbewusst und liebefähig, selbständig denkend und umfassend ausgebildet die Schule verlassen – ausgestattet mit vielen Fähigkeiten und Ideen, ihr Leben und ihr Umfeld lebendig zu gestalten.

    Wir wünschen uns, dass an ihrem Ende die jungen Erwachsenen selbstbewusst und liebefähig, selbständig denkend und umfassend ausgebildet die Schule verlassen – ausgestattet mit vielen Fähigkeiten und Ideen, ihr Leben und ihr Umfeld lebendig zu gestalten.

Kollegium

    • unsere schule kollegium 01
    • unsere schule kollegium 02
    • platzhalter
    • unsere schule kollegium 03
    • unsere schule kollegium 04
    • unsere schule kollegium 05
    • unsere schule kollegium 06
    • unsere schule kollegium 07
    • unsere schule kollegium 08
    • unsere schule kollegium 09
    • unsere schule kollegium 10
    • unsere schule kollegium 11
    • unsere schule kollegium 12
    • unsere schule kollegium 13
    • unsere schule kollegium 14
    • unsere schule kollegium 15
    • platzhalter
    • unsere schule kollegium 16
    • unsere schule kollegium 17
    • unsere schule kollegium 18
    • unsere schule kollegium 19
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter
    • platzhalter

Abschlüsse

  • Die Waldorfpädagogik umfasst eine Schulzeit von zwölf Jahren, während der alle Schüler gemeinsam vorrücken. Da der Lehrplan auf der altersgemäßen Entwicklung der jungen Menschen aufbaut, ist die Wiederholung eines Schuljahres für einzelne Schüler nicht vorgesehen. Am Ende einer Jahrgangsstufe erhalten die Schüler ein Wortgutachten als Zeugnis, das ihre Leistungen und ihre Fortschritte beschreibt.

    In der zwölften Klasse beenden unsere Schüler die Waldorfschulzeit mit der Jahresarbeit, der Aufführung eines Theaterstückes, dem Steinmetzpraktikum, der anschließenden Kunstfahrt und dem Eurythmieabschluss. Sie erhalten mit dem Zwölftklass-Zeugnis ihren Waldorfabschluss.

    Im Anschluss an diese Waldorfschulausbildung bietet die Freie Waldorfschule Landsberg den Schülern die Möglichkeit, sich auf staatliche Abschlüsse vorzubereiten. Da sich im Lauf der zwölf Unterrichtsjahre viele Parallelen zum Lehrplan der öffentlichen Schulen ergeben, ist das Nachholen der staatlichen Anforderungen in einem speziellen Abschlussjahr möglich.

    In der 13. Klasse findet die Vorbereitung auf die Allgemeine Hochschulreife statt. Nach eingehender Beratung und Gesprächen mit Eltern und Schülern entscheiden die Lehrer über die Aufnahme in die Abiturklasse. In der 13. Klasse bereiten sich unsere Abiturienten mit den Fachlehrern auf die staatliche Abiturprüfung vor. Verantwortlich für die Durchführung der Prüfungen ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium im Landkreis Landsberg. Die Kollegen der Freien Waldorfschule sind an den Korrekturen beteiligt.

    Parallel richten wir eine Realschulabschlussklasse (MR-Klasse) ein. Aufgenommen werden die Schüler, die nach eingehender Beratung und Gesprächen mit den Eltern und Schülern für einen Abschluss der Mittleren Reife geeignet sind. In der MR-Klasse werden gezielt die Fächer unterrichtet, die für die Prüfung der Mittleren Reife notwendig sind. Die Prüfungen finden an einer staatlichen Realschule im Landkreis Landsberg statt. Die Lehrer der Waldorfschule sind in die Prüfungen als Korrektoren einbezogen.

Arbeitskreise

    • Elternbeitragskreis
      („Elbe-Kreis“)

      Der ELBE-Kreis setzt die Beitragsordnung des Vereins Christian Morgenstern so um, dass dem Grundsatz, allen Kindern – unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern – der Zugang zu unserer Schule möglich ist. Er ist zuständig für eventuelle Beitragsreduzierungen und kümmert sich um das Darlehen der Eltern.

    • Elternrat

      Die Mitglieder des Elternrates (aus möglichst allen Klassen) bündeln Interessen und Anregungen der Elternschaft, bearbeiten sie oder leiten sie weiter. Der Elternrat versteht sich als Kommunikationsebene zwischen Eltern und Lehrern, daher nehmen an den monatlichen Treffen des Elternrats (in der Regel am letzten Donnerstag eines Monats) auch Lehrer teil. Der Elternrat delegiert aus seinen Reihen Personen, die den Kontakt zum Landes- und Bundeselternrat der Waldorfschulen pflegen.

    • Filzkreis

      Der Filzkreis findet einmal in der Woche am Dienstag im Filzraum im Südgebäude statt. Zur Mitarbeit eingeladen sind alle interessierten Eltern. Die hergestellten verkauft der Filzkreis beim Lichterfest im November; er Erlös kommt der Schule zugute.

    • Förderkreis/Förderverein e. V.

      Der Förderkreis kümmert sich um Kinder mit Förderbedarf. In Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium entwickelt er Konzepte, organisiert Vorträge und Veranstaltungen, um zusätzliche finanzielle Mittel für den Förderunterricht an der Schule zu erwirtschaften. Der Förderverein verteilt die Einnahmen des Lichterfestes im Verein Christian Morgenstern e. V.

    • Kindergartenrat

      Im Kindergartenrat sind Erzieherinnen und Eltern aller Kindergärten sowie ein Mitglied der Verwaltung vertreten. Der Rat trägt die Verantwortung für das laufende Geschäft der Kindergärten und der Krippe.

    • Lichterkreisfest

      Der Lichterfestkreis organisiert jährlich im November ein Fest mit Basar in Zusammenarbeit mit der ganzen Schulgemeinschaft (Eltern/Lehrer/Schüler). Die Einnahmen kommen ausschließlich pädagogischen Zwecken der Schule und sozialen Projekten zu Gute.

    • Medienkreis

      Der Medienkreis setzt sich aus Lehrern, Verwaltungsvertretern, Oberstufenschülern und Eltern zusammen. Er befasst sich mit der Konzeption des Einsatzes von Medien (Computer, TV, Smartphones, Internet, sozialen Netzwerken etc.) an der Schule und im Elternhaus unter Berücksichtigung der pädagogischen Belange, des altersgerechten Einsatzes von Medien und der fortwährenden Entwicklung der Medienlandschaft. Ziel ist u. a. die altersgerechte Erziehung zur Medienkompetenz unter Zugrundelegung waldorfpädagogischer Grundsätze. Der Medienkreis trifft sich im vierwöchentlichen Rhythmus donnerstags.

    • Monatsblatt

      Das Monatsblatt-Team ist eine Initiative der Eltern und bereitet alle vier Wochen Termine und wichtige Informationen aus dem Schulleben auf.

    • Öffentlichkeitskreis

      Der Öffentlichkeitskreis ist Teil der Schulleitungskonferenz und für interne und externe Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Hierzu zählen z. B. die Schulbroschüre, die Schuljahresschrift, Pressearbeit, Sponsorenakquise und Informationsveranstaltungen.

    • Sommermarktkreis

      Der Sommermarktkreis organisiert alljährlich am Samstag vor dem Muttertag einen bunten Markt mit Verkauf von Pflanzen, Kunsthandwerk und vielen Köstlichkeiten. Der Erlös dieser Veranstaltung geht in die jeweiligen Klassenkassen oder als Spende an die Schule.

    • Sprachaustauschkreis

      Der Sprachaustauschkreis organisiert Schüleraustauschprogramme und Kontakte in den Fremdsprachen Englisch und Französisch.

    • Vertrauenskreis

      Sollte Konflikte auch nach intensiven Gesprächen nicht gelöst werden können, können sich Betroffene an den Vertrauenskreis wenden. Die Probleme werden dort vertraulich behandelt, die Mitglieder des Kreises bemühen sich im Gespräch mit den Betroffenen um eine einvernehmliche Lösung. Das Wohl des Kindes ist dabei vorrangig.

    • Wirtschaftskreis

      Der Wirtschaftskreis plant, berät und überwacht die wirtschaftlichen und finanziellen Belange des Vereins Christian Morgenstern e. V. Seine Aufgaben:

      • Aufstellung und Kontrolle des Vereinshaushaltes
      • Erstellen der langfristigen Finanzplanung
      • Finanzierung des Betriebshaushalts und der Liegenschaften
      • Liquiditätsvorsorge

Finanzielles

  • Unsere Schule steht allen Kindern offen. Die Aufnahme Ihres Kindes erfolgt ausschließlich nach pädagogischen Gesichtspunkten.

    Die Freie Waldorfschule Landsberg ist eine „Schule in freier Trägerschaft“. Sie erfüllt mit ihrer besonderen pädagogischen Prägung, der Waldorfpädagogik, Aufgaben des Freistaats Bayern und ist vom Kultusministerium in München anerkannt. Sie erhält vom Freistaat Bayern Zuschüsse für die Lehrergehälter. Diese decken aber die Kosten des Schulbetriebes nur zu etwa zwei Dritteln. Dabei unterscheidet sich unsere Kostenstruktur nicht grundsätzlich von den Verhältnissen an Regelschulen. So entsteht eine Finanzierungslücke, die durch Schulgeldeinnahmen, Spenden und Engagement ausgeglichen werden muss. Die Höhe des Schulgeldes ist in der Beitragsordnung geregelt.

    Um Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern den Besuch der Schule zu ermöglichen, kann das Schulgeld auf Antrag reduziert werden. Über den Antrag und die Höhe der Reduzierung entscheidet der Elternbeitragskreis (ELBE).

    Um das Eigenkapital der Schule zu sichern und ehemaligen Eltern ihre Darlehen – mit Hilfe derer die Schule gebaut wurde – zurückzuzahlen, bitten wir die neuen Mitglieder um ein zinsloses Darlehen.

    Wir gehen nicht davon aus, dass die erbrachte Leistung der Schule bzw. der Lehrer durch Entrichtung des Schulbeitrages bezahlt wird, sondern grundsätzlich davon, dass es letztlich die Beiträge der Eltern sind, die den Schulbetrieb überhaupt erst ermöglichen.

    Genaueres zu den Beiträgen sowie zum zinslosen Darlehen erfahren Sie beim Vertragsgespräch, das nach der Aufnahme des Kindes stattfindet.

A-Z für Eltern

    • B
      Bildende Künste

      Der Fachbereich Kunst besteht in der Unterstufe aus Kunsterziehung (Malen, Zeichnen, Plastizieren) und Werkerziehung (Handarbeit, Handwerk, Gartenbau). In der Oberstufe kommt der Kunstunterricht hinzu, der Geschichte und Theorie der Kunst thematisiert. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler hier, diejenigen ästhetischen Gesichtspunkte zu reflektieren, die sie in ihrem praktischen Tun während ihrer Schullaufbahn ständig begleiten. Die Ästhetik umfasst neben der Wissenschaft der Kunst und des Schönen auch die Wissenschaft der Wahrnehmung und der Erkenntnis. Dabei ist es wichtig, dass die Welt dem Menschen im Erkennen nicht fertig gegeben ist, sondern dass der Mensch im Erkennen produktiv und schöpferisch an der Entstehung der Welt beteiligt ist. Hieraus wird ersichtlich, dass die Kunst als Fach nicht neben den anderen Unterrichtsfächern steht, sondern inniglich mit ihnen verwoben ist. Die ästhetische Zuwendung zur Welt wird in der Unterstufe im Malen durch die sinnlich-sittliche Behandlung der Farbe und im Zeichnen durch die Beschäftigung mit inneren Gesten im Fomenzeichnen gefördert. So gewinnen die Schüler ein lebendiges Verhältnis zur Welt. Diese Zuwendung wird in der Mittelstufe durch ein genaues Naturstudium und das perspektivische Zeichnen vertieft, durch die Arbeit am Stoff im dreidimensionalen Raum verwirklicht und im Werken zu einer praktischen Beziehung zur Welt gesteigert. Wenn die Schüler dann in der Oberstufe ihren persönlichen Standpunkt durch eine gestärkte Urteilskraft festigen, wird diese Arbeit im Werkunterricht weiter vertieft und noch deutlicher auf soziale Zusammenhänge hin organisiert. In der Kunsterziehung wird allerdings das Konkrete aus der Zweckgebundenheit erlöst, zur Kunst gesteigert und kultur- und bewusstseinsgeschichtlich reflektiert. Hier wird das künstlerische Schaffen in seiner Beziehung zum naturwissenschaftlichen Können und Wissen als Freiheitsraum erkannt, der den Menschen zum Ausdruckswesen erhebt und seinen Weg in die Welt stützt.

      Bücherei

      Leihbücherei für Ihre Kinder und gerne auch für Sie. Die Bibliothek wird von Frau Brigitte Heugel und einer weiteren Mitarbeiterin betreut. Die Öffnungszeiten sind: Montag und Dienstag von 11:00 Uhr bis 14:30 Uhr, Mittwoch von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr, Donnerstag von 11:00 Uhr bis 14:30 Uhr und Freitag von 10:00 Uhr bis 13:30 Uhr. Tel.: 08191/9493-78

      Büro

      Erste Anlaufstelle für alle Fragen und gleichzeitig Fundbüro. An Schultagen besetzt von 7.45 Uhr bis 12.30 Uhr. Frau Andrea Wolff hilft weiter oder nennt Ihnen den richtigen Ansprechpartner für Ihr Anliegen (siehe auch unter Verwaltung). Telefonisch ist Frau Wolff unter 08191/9493-0, per E-Mail unter info@waldorf-landsberg.de erreichbar.

      Busse

      verkehren in relativer Nähe zur Schule, Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Fahrplan des Landkreises, den Sie im Landratsamt oder im Internet erhalten. Es gibt einen von Eltern organisierten Privatbus. Dieser fährt von Dießen am westliche Ammerseeufer entlang und in Greifenberg auf die Autobahn zur Schule. Näheres erfragen Sie bitte im Schulbüro.

      C
      Cafeteria

      ist geöffnet von 8 Uhr bis 11.30 Uhr und von 12.15 Uhr bis 14 Uhr. Die älteren Schüler können sich dort auch eine Brotzeit kaufen. Für Erstklässler wäre es schön, wenn sie eine Brotzeit von Zuhause mit bekommen. Die Kinder machen gemeinsam mit dem Klassenlehrer eine Brotzeit im Klassenzimmer. Brotzeitdosen und/oder Trinkflaschen sind übrigens ein schönes Geschenk für die Schultüte!

      Christian Morgenstern

      Namensgeber des Vereins, der die Schule, die fünf Kindergärten (zwei auf dem Gelände unserer Schule, je einen in Dießen, Kaufering und Finning) und die Krippe trägt. Da sich der Verein als Gemeinschaft von Eltern, Schülern und Lehrern begreift, wäre es schön, Sie würden Mitglied und damit stimmberechtigt bei der jährlichen Mitgliederversammlung. Darin werden die wesentlichen Entscheidungen des jeweiligen Jahres besprochen und die Pläne für die Zukunft dargelegt. Mitgliedsformulare erhalten Sie im Schulbüro bei Frau Wolff.

      E
      Eltern-Eurythmie

      findet in diesem Schuljahr bei genügend Teilnehmern ab Oktober statt. Angeboten wird Ton- und Lauteurythmie für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldung bei Herrn Andreas Goetz unter 08191/9707573.

      Eltern-Rat

      Gruppe von Eltern, die konstruktiv die Entwicklung der Schule im Auge hat, Impulse gibt und Anregungen der Eltern zu verwirklichen sucht. Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, wenden Sie sich bitte an Frau Iris Finsterer, Tel.: 08195/931588.

      Engagement

      ist das, was unsere Schule lebendig und liebenswert macht. Gartenpflege, Kuchen backen, Mithilfe bei Baumaßnahmen – es gibt Einiges für Sie zu tun. Wir sind keine Bring- und Hol-Schule, sondern verstehen uns als Gemeinschaft, die miteinander diese Schule gestaltet. Das kostet Zeit, die die meisten freiwillig gern geben, bringt jedoch ein starkes Wir-Gefühl mit sich, lässt ein konstruktives Miteinander entstehen und gibt viel zurück: An unserer Schule finden viele Vorträge, Konzerte, Theaterstücke und Feste statt, die allen große Freude machen. Unterschätzen Sie bitte nicht die Wirkung Ihrer engagierten Aktivitäten: Eine Schule, die Ihnen wichtig ist und in der Sie sich einbringen und wohlfühlen, werden auch Ihre Kind stärker schätzen und lieben.

      Eurythmie

      Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die Kreativität, soziale Kompetenz und Handlungsfähigkeit schult. Sie richtet sich nach den Gesetzmäßigkeiten der Sprache und Musik und nimmt hierfür die ganze Gestalt des Menschen als Ausdrucksmittel. Der pädagogische Auftrag besteht darin, die eurythmische Kunst auf das körperliche, seelische und geistige Heranwachsen der Kinder abzustimmen. In den ersten zwölf Jahren werden die Grundelemente so geübt, dass die Kinder ihre Beweglichkeit fein differenzieren und gezielt von innen führen lernen. Die Eurythmie erweitert ein differenziertes Hören und entwickelt die Fähigkeit, komplizierte, sich verändernde Zusammenhänge im sozialen Miteinander wahrzunehmen. Da die Kräfte des Denkens, Fühlens und Handelns in gleicher Weise angesprochen werden, ist der Eurythmieunterricht mehr als ein Ausgleich zu den kognitiven Fächern. In der 1. und 2. Klasse ist eine Unterrichtsstunde pro Woche vorgesehen und ab der 3. Klasse bis einschließlich 12. Klasse erhalten die Schüler zwei Stunden pro Woche. Den Unterricht erteilen diplomierte Eurythmielehrer. In der Regel begleitet ein Musiker am Klavier. Im 12. Jahr mündet der Unterricht in einen öffentlichen Abschluss, der in Gruppen- und Einzeldarstellungen auf der großen Bühne gezeigt wird.

      F
      Fahrgemeinschaften

      bilden sich am ehesten beim Studium der Adressen auf den Klassenlisten. Andere Eltern würden vielleicht gern die Fahrten mit Ihnen teilen. Wenn Sie in bereits bestehende Fahrgemeinschaften einsteigen wollen, bietet sich eine Anfrage im Monatsblatt an.

      Fahrtkosten

      werden anteilig bis zur 4. Klasse erstattet. Sie bekommen vom Schulbüro einmal im Jahr ein auszufüllendes Formular. Darin geben Sie die Zahl der Kilometer an und wie oft Sie gefahren sind. Fährt Ihr Kind mit Bus oder Bahn, heben Sie bitte alle Belege auf; bei Autofahrten, vor allem bei Fahrgemeinschaften, führen Sie bitte ein Fahrtenbuch.

      Fotos

      werden an der Schule von unserer Schulfotografin regelmäßig gemacht, um Broschüren und Monatsblatt zu bestücken. Gerne können Sie sich die Foto-CDs bei Frau Wolff ausleihen. www.foto-pavek.de

      Fremdsprachenunterricht

      Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen erweitert das Innenleben des Kindes, fördert Kreativität und Denken. Im Fremdsprachenunterricht streben wir neben der Sprachbeherrschung auch die Verankerung der Fremdsprachen im ganzen Menschen an. Das Sprechen einer Sprache heißt auch, in ihren Empfindungen und Bewegungen zu leben. Jedes Wort, jeder Satz bildet Klangempfinden, Verständnis, Physiologie der Sprechwerkzeuge, Mimik und Gestik in einzigartiger Weise aus. Das Ziel ist es, in einem möglichst einsprachig gehaltenen Sprachunterricht im Kind die Fähigkeit des Zuhörens und Einfühlens in fremde Situationen und Kulturen zu entwickeln.

      In den ersten drei Jahren arbeiten wir fast ausschließlich mündlich. Das Kind taucht durch eigenes Tun in kleinen Spielen, Tänzen und Liedern in die neue Sprachwelt ein. Es nimmt den Klang, den Sprachrhythmus und die grammatikalischen Strukturen nachahmend und unbewusst auf.

      In der vierten Klasse steht das Schreiben und Lesen im Mittelpunkt. Die in den Jahren zuvor gelernten Reime und Lieder werden nun verschriftlicht, was den Kindern den Einstieg in das Lesen und das Erleben der Unterschiede von Schrift- und Lautbild erleichtert. Weiterhin üben die Kinder das dialogische und chorische Sprechen. Das unbewusste Nachahmen spielt in dieser Jahrgangsstufe nach wie vor eine maßgebliche Rolle.

      In den folgenden Jahrgangsstufen der Mittelstufe erweitern wir anhand von Lektüren und kleinen Texten der Grundwortschatz und vermitteln die Grundgrammatik. Das bewusste Einüben von Sprachstrukturen, Übungen sowie nach und nach anspruchsvollere Lektüren stehen nun im Vordergrund des Sprachunterrichts, der zunächst immer noch reproduzierenden Charakter hat, aber langsam in die Eigeninitiative und kreative Tätigkeit des Schülers übergeht. Das Arbeiten ohne Lehrbuch ermöglicht dem Sprachlehrer einen Unterricht nah an der jeweiligen Lerngruppe, da er Themen und Vokabular individuell an den Interessen und Bedürfnissen der Schüler orientiert in den Unterricht aufnehmen kann.

      Die Klassen der Oberstufe stehen im Zeichen der Eigentätigkeit des Schülers. Das mündliche und schriftliche Leistungsvermögen wird insbesondere hinsichtlich des Sprachstils differenziert geschult. Dabei spielen unter anderem Dramen und Romane des 20. und 21. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle. Der bilinguale Geografie-Epochenunterricht ermöglicht den Schülern zudem ab der 11. und 12. Klasse zunehmend die Begegnung mit realen Themen. Der Fremdsprachenunterricht orientiert sich an den Anforderungen des Europäischen Referenzrahmens, B1- bzw. B2+-Niveau, je nach angestrebtem Abschluss (Mittlere Reife oder Abitur). Die Fremdsprachen werden im Abitur ausschließlich mündlich geprüft.

      Das Ziel des Sprachunterrichts ist es, im heranwachsenden Menschen das Interesse für andere Menschen im Rahmen einer globalisierten Welt zu wecken und die Schüler dazu zu befähigen, darin selbstbewusst, offen und tolerant tätig zu werden.

    • H
      Haus-/Unterrichtsordnung

      ist Ihnen gesondert zugegangen. Die darin enthaltenen Regeln sind fester Bestandteil unseres Schulvertrages.

      Hausschuhe

      Die Klassenräume in der Unterstufe sollen nur mit Hausschuhen betreten werden. Geben Sie Ihren Kindern bitte gut beschriftete Schuhe mit, die dann an der Garderobe bleiben.

      K
      Krankmeldung

      muss unbedingt bis 7.50 Uhr im Schulbüro eingegangen sein. Per Anrufbeantworter 08191/94930 oder Fax 08191/949313. Die notwendige schriftliche Entschuldigung geht dann bitte schnellstmöglich an den Klassenlehrer. Sollte Ihr Kind unentschuldigt fehlen, bedeutet das für das Schulbüro im Rahmen der Aufsichtspflicht einen enormen Rechercheaufwand. Bitte denken Sie also immer daran, ihr Kind krankzumelden!

      Küchenhilfen

      werden immer gebraucht und mit offenen Armen aufgenommen. Wenn Sie ab und an Zeit haben mitzuhelfen, melden Sie sich doch einfach telefonisch unter 08191/9493-50 oder schauen Sie in der Cafeteria vorbei.

      L
      Lichterfest

      eine Elterninitiative veranstaltet einmal im Jahr im Herbst einen Bazar im Schulhaus. Diese Tradition rührt von den Anfängen der Schule her und ist gleichzeitig ein Ort der Begegnung. Die Einnahmen gehen als zweckgebundene Spende an die Schule.

      M
      MensaMax

      MensaMax© – nur ein Klick vom Essen entfernt.
      MensaMax© ist eine Software zur Verwaltung rund um das Schulessen. Alle an der Verpflegung beteiligten Personen können über eine moderne Web-Anwendung auf spezielle Anwendungsbereiche zugreifen. Die bessere und genauere Planbarkeit der Essen über einen längeren Zeitraum hinweg, die deutlich einfachere Abrechnung und auch die Einhaltung der Hygienevorschriften durch den eingeschränkten Umgang mit Bargeld, helfen uns bei der täglichen Aufgabe, ein gesundes, biologisches, für Kinder und Erwachsene passendes und vor allem schmackhaftes Mittagessen zu kochen.

      Auch Sie als Eltern können mit Hilfe von MensaMax Essensbestellungen für Ihr Kind aufgeben, bereits gebuchtes Essen stornieren, Ihr Guthaben einsehen sowie persönliche Daten eintragen und einsehen. Der Bestellvorgang ist sehr einfach und kann online von zu Hause und unterwegs erfolgen. Für alle Fälle gibt es auch im Eingangsbereich des Blauen Turms ein Bestellterminal.

      Zur Bedienungsanleitung

      Mittagessen

      Die Anmeldung/ Abmeldung zum Mittagessen erfolgt über MensaMax und muss spätestens bis 7:50 Uhr unter https://mensapoint.de oder am Bestellautomat im Eingang des Blauen Turm's am jeweiligen Tages erfolgt sein. Eine Neuanmeldung und die Ausgabe eines RFID- Chip erfolgt über Mika Fest. Über MensaMax@waldorf-landsberg.de können Sie die Zugangsdaten erhalten. Ein Essen mit Salat, Nachspeise und Getränk für Schüler-Innen und Mitarbeier-Innen kostet 3,50 Euro, für Eltern 5,00 € und für Gäste 7,- €. Nähere Informationen zu unserer Schulküche finden Sie unter dem Menüpunkt "Schulleben".

      Monatsblatt

      Das Monatsblatt (vormals Montagsblatt) ist ein offenes Forum von Eltern an der Freien Waldorfschule Landsberg für alle Schüler, Eltern und Interessierten in Landsberg und Umgebung. Es erscheint in der Regel einmal monatlich. Es wird den Kindern im Schulranzen mitgegeben und informiert parallel zur Homepage über alle Veranstaltungen, Termine und Ereignisse. Selbstverständlich sind auch Eltern, Schüler oder Lehrer eingeladen, mitzuschreiben und mitzuberichten. Artikel oder auch Inserate schicken Sie bitte per E-Mail an redaktion@montagsblatt.de. Weitere Informatioen unter www.montagsblatt.de.

      Musik

      Musik ist unmittelbare Lebensäußerung des menschlichen Herzens in all seinen Facetten. Alle seelischen Regungen finden ihre Entsprechung in irgendeiner Art von Musik. Dem Singen wie auch dem Musizieren in Ensembles gilt ein Hauptaugenmerk an unserer Schule. Eine Betätigung, die von einfachsten Aktivitäten bis hin zu unendlich sensiblen feinmotorischen Bewegungsabläufen den Schülerinnen und Schülern in jeder Seelenlage und mit jedem Talent Befriedigung verschaffen kann. Dementsprechend vielfältig gestaltet sich das Schulleben mit Instrumentalunterricht, Klassenorchester, Jazzband und Oberstufenchor mit ihren jeweiligen Projekten und Aufführungen.

      Altersgemäß beginnt das Klassenmusizieren zunächst mit dem Flötenspiel; kristallisieren sich während der Unterstufe Interessen und Begabungen für andere Instrumente heraus, werden diese entsprechend beraten und gefördert. So entsteht eine klangliche Vielfalt an Instrumenten innerhalb einer Klasse wie auch von einer Klasse zur anderen; Monatsfeiern spiegeln dies idealerweise wieder.

      Nach dem Ende der Klassenorchesterzeit in Klasse 8 beginnt mit Eintritt in die Oberstufe und einer entsprechenden Vorbereitung das Singen im Oberstufenchor. Auf das Singen im Klassenverband aufbauend rückt nun die Projektarbeit, mit dem Erarbeiten großer Werke der Musikliteratur, in den Focus. Mit Stimmbildung, altersgemäß aufbereitet, in wöchentlichen Chor- und Stimmproben sowie einer Probenwoche werden klassische Stücke wie zum Beispiel der „Messias“ oder Werke der Moderne wie „A Ceremony of Carols“ einstudiert und in großen Konzertabenden, zusammen mit dem Orchester, aufgeführt.

      Für Schülerinnen und Schüler, denen das Genre des Jazz näher liegt, gibt es die Möglichkeit, in der Jazzband mitzuspielen. Je nach Begabung kann dies auch schon mit Eintritt in Klasse 7 erfolgen, wenn der/ die Schüler*in behutsam herangeführt wird und die Gelegenheit besitzt, sich dort weiter zu entwickeln. Gelegenheiten, sich vor Publikum zu präsentieren, gibt es für die Jazzband in Hülle und Fülle aufgrund der zahlreichen Schulveranstaltungen wie dem „Lichterfest“ oder dem „Sommermarkt“. Darüber hinaus bietet sich den Schülerinnen und Schülern eine breite Palette an Instrumentalunterricht: Instrumentalmusiklehrerinnen und -Lehrer für Orchester oder eher für kleinere Besetzungen wie z.B. die Gitarre unterrichten und fördern die jeweiligen Begabungen an den Nachmittagen. In musikalischen Treffs wie eigenen Vorspielnachmittagen oder den offiziellen Matineen präsentieren die Schüler schließlich ihre jeweiligen Fortschritte.

      N
      Naturwissenschaften

      Der naturwissenschaftliche Unterricht in der Oberstufe, knüpft an eine Vielzahl verwandter Epochen aus der Unter- und Mittelstufe an. Wurde die Welt in der Tier-, Pflanzen- und Menschenkunde der Mittelstufe vor allem bildhaft und an konkreten Erlebnissen erfahren, so geht es in der Physik, Chemie, Biologie und Erdkunde der Oberstufe um die selbstständige begriffliche Auseinandersetzung mit den Erscheinungen. Wurden in den jüngeren Klassen beispielsweise die Elemente Feuer, Luft, Erde und Wasser beim Hausbau oder im Schulgarten erlebt, bearbeitet und "begriffen" und in der Mittelstufe später phänomenologisch erkundet, so gilt es in der Oberstufe, die Gesetzmäßigkeiten, verschiedene Erklärungsmodelle und die sozialen Bezüge der Naturwissenschaften zu entdecken. In der ersten Physikepoche der 6. Klasse und der ersten Chemieepoche der 7. Klasse geht um die Entwicklung einer wachen Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit, noch nicht um eine abstrahierende Betrachtungsweise. Das Auffinden von Zusammenhängen ist wichtig. Bevor von chemischen Elementen die Rede ist, werden Formen und Aggregatzustände erkannt und nach und nach auch die diesen Zuständen wesensähnlichen Elemente: Wasser, Sauer-, Stick- und Kohlenstoff. Die vergleichend-bildhafte Betrachtungsweise der 6. Klasse bekommt in der 7. Klasse stellenweise eine neue Richtung. Die einfachen Gesetze der Mechanik werden aus der praktischen Anwendung heraus entwickelt. So wird z. B. das Hebelgesetz an alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Nussknacker, Waage oder Zange verdeutlicht.

      Nachdem die 9. Klasse gründliche Erklärungsansätze für viele technische Einrichtungen, wie z.B. Telefon und Dampfmaschine liefert, bildet sich erst in der 10. Klasse am Beispiel der Mechanik eine Systematik, die das Quantitative in den Vordergrund stellt. Bekannte Phänomene werden erkenntnismäßig durchdrungen, früher aus der Anschauung gewonnene Begriffe neu gefasst. Nachdem in der 11. Klasse die neueren elektrischen Errungenschaften (Funk, Röntgenstrahlen, Atomenergiegewinnung, Radioaktivität) bearbeitet worden sind, bildet die Licht- und Farbenlehre den Abschluss.

      Durch das Erleben der Natur im naturwissenschaftlichen Unterricht lernen die Schüler, die eigene Verantwortung gegenüber der Erde zu begreifen und zu erkennen. Denn die Natur als Ganzes schließt den Menschen ein.

      O
      Offene Ganztagsschule 1-4

      Eine Betreuung nach dem Unterricht ist bis 14.00 Uhr kostenfrei möglich. Darüber hinaus ist eine Betreuung bis 17.00 Uhr kostenpflichtig möglich. Bei organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an Petra Krach, telefonisch: 08191/949322 oder per E-Mail: petra.krach@waldorf-landsberg.de. Bei pädagogischen Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin der Offenen Ganztagsschule, Frauke Mayer: ogts-delegation@waldorf-landsberg.de. Die Hüte ist telefonisch unter 08191/9493-48 erreichbar.

      Offene Ganztagsschule 5-10

      Eine Betreuung nach bis 17.00 Uhr ist kostenpflichtig möglich. Bei organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an Petra Krach, telefonisch: 08191/949322 oder per E-Mail: petra.krach@waldorf-landsberg.de. Bei pädagogischen Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin der Offenen Ganztagsschule, Frauke Mayer: ogts-delegation@waldorf-landsberg.de. Die verlängerte Mittagsbetreuung ist unter der Rufnummer 08191/9493-42 erreichbar.

    • P
      Parken

      Der Schulparkplatz steht ausschließlich Lehrern und Mitarbeitern der Schule zur Verfügung. Wenn Sie Ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, nutzen Sie bitte den öffentlichen Parkplatz gegenüber des Baumarktes do-it!. Lassen Sie Ihre Kinder dort aussteigen und über Zebrastreifen und Ampel zur Schule gehen. Der zweiminütige Gehweg weckt gerade morgens die Lebensgeister.

      Es kommt aber immer wieder vor, dass Zeitnot herrscht und Eltern ihre Kinder auf dem Schulparkplatz „nur schnell aussteigen“ lassen wollen. Hier gilt:

      1. Blockieren Sie niemals die Durchfahrt.
      2. Beim Ein- und Aussteigenlassen gilt: immer eine Runde (Achtung Einbahnstraße) durchfahren, niemals nur wenige Meter nach der Einfahrt halten. Der Rückstau auf den Kreisverkehr führt immer wieder zu gefährlichen Situationen.

      Die Parkplätze vor dem Hartplatz sind für Kindergarteneltern reserviert, bitte halten Sie diese unbedingt frei und fahren Sie dort auch bitte nicht durch.

      Praktika

      Für das Leben lernen
      Zwölf Jahre Waldorfschule – das sind auch zwölf Jahre der Annäherung und des Eintauchens in das praktische Leben, wie es uns heute prägt und von uns geprägt wird. Die Schule als zunächst in sich geschlossener Lebensraum muss deshalb versuchen, alle Schüler mit den Belangen des praktischen Lebens zu konfrontieren. Mehrwöchige Praktika der einzelnen Jahrgangsstufen stellen eine unersetzliche Dimension sozialen und individuellen Lernens dar.

      Im Entwicklungsprozess der sogenannten Vorpubertät, zwischen dem 12. und dem 14. Lebensjahr, vollziehen sich tiefgreifende Änderungen in den jungen Menschen. Sie verändern nicht nur ihr Äußeres; auch das Gefühls- und Willensleben gerät ins Schwanken. In diese Zeit fallen in die 7. Klasse zwei Praktika, das Forst- und das Küchenpraktikum. Das Forstpraktikum dauert eine Woche, das Küchenpraktikum zwei Mal eine Woche.

      In der Schulküche erleben die Praktikanten hautnah, dass es äußere Zwänge gibt: Das Essen muss um 12.15 Uhr fertig sein, egal, ob man müde, erschöpft oder schlecht gelaunt ist. Die Arbeit ist dann beendet, wenn der Boden geschrubbt ist und nicht, wenn eine Glocke klingelt. Die jungen Menschen lernen hier die Welt der Erwachsenen kennen, die sie ja so gerne schon bewohnen wollen. Gleichzeitig spüren sie, dass sie sich bewähren können und Erfolg haben: Nachspeisen werden gezaubert, Salate komponiert und neue Rezepte ausprobiert.

      Beim Forstpraktikum können Schüler von sich selbst einmal absehen und sich der Welt, dem Wald und einer Bepflanzung widmen. Im Forst werden Zäune entfernt, Wäldchen ausgedünnt, Bäume gesetzt. Und nicht zuletzt erfahren sowohl die Wald- als auch die Küchenarbeiter, wie alles besser läuft, wenn man zusammenarbeitet.

      Während des Landwirtschaftspraktikums in der 9. Klasse bekommen die Schüler Einblicke in die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines landwirtschaftlichen Betriebs und in die ökologischen Zusammenhänge von Boden, Wetter und artgerechter Tierhaltung. Dadurch wird das Verständnis und Verantwortungsgefühl gegenüber der Erde, den Pflanzen und Tieren, also der gesamten Schöpfung gefördert. Das Landwirtschaftspraktikum dauert drei Wochen. Die Schüler leben dabei auf einem Bauernhof.

      Mit dem Feldmesspraktikum in der 10. Klasse findet ebenfalls außerschulisches Lernen statt. Arbeits- und Lerngebiete sind: Aufnahme des Polygonzugs mit dem Theodolit, Höhenvermessung mit dem Nivellier, Geländeerfassung mit dem Messtisch, Navigationsübungen und das Erstellen einer Karte, ebenso die praktische Vertiefung der Trigonometrie. Das Feldmesspraktikum dauert zehn Tage.

      Das Handwerkspraktikum in der 10. Klasse leisten die Schüler in einem selbstgewählten Handwerksbetrieb ab. Es ermöglicht den Jugendlichen, die Realität der Arbeitswelt und das Ineinanderwirken verschiedener handwerklicher Prozesse kennenzulernen. Das Handwerkspraktikum dauert drei Wochen.

      Im Sozialpraktikum in der 11. Klasse arbeiten die Jugendlichen in einer sozialen Einrichtung. Sie entdecken in der Konfrontation mit Menschen anderen Alters und anderer Begabung letztendlich die Individualität des anderen und werden dadurch sicherer im eigenen Urteil. Auch dieses Praktikum dauert drei Wochen.

      Um die Schüler in einen künstlerischen Prozess einzutauchen zu lassen, führen wir das Steinmetzpraktikum als einen der Höhepunkte in der 12. Klasse durch. Wie kaum ein anderes Material fordert der Marmorstein die Ich-Kräfte heraus. Es gilt, die entstehenden Plastiken dem inneren Bild entsprechend zu formen. Dabei findet ein ständiges Abstandnehmen und Wiederherangehen statt, das das ästhetische Urteilsvermögen der Jugendlichen ausbildet. Das Steinmetzpraktikum dauert drei Wochen und findet in der Regel in Italien statt.

      Als besondere Erziehungsaufgabe machen die Praktika die Schüler mit der Welt und deren Aufgaben vertraut. Durch die praktische Arbeit entdecken und erkennen sie die Vielfältigkeiten der eigenen Individualität.

      Private Musiklehrer

      Bei Frau Andrea Wolff im Schulsekretariat erhalten Sie eine Liste mit den Musiklehrern, die an der Schule privaten Musikunterricht geben.

      S
      Schulbroschüre

      Darin können darin können Sie anhand vieler Texte und Bilder erleben, wie Waldorfpädagogik an unserer Schule gelebt wird. Erhältlich ist sie bei Frau Andrea Wolff im Schulbüro.

      Schulwebsite

      Auf der Internetseite unserer Schule können Sie sich über die aktuellsten Veranstaltungen unserer Schule informieren sowie alles Wissenwerte über unsere Schuel erfahren. Die Internetseite finden Sie unter www.waldorf-landsberg.de.

      Schulzeitschrift

      Schulzeitschrift: Unsere „Heft“-Reihe erscheint jährlich zum Schuljahresende (am Schuljahres-Ende 2015/16 Heft 14). In den Heften werden Themen aus dem Schulalltag veröffentlicht. Sie dient gleichzeitig als aktuelle Dokumentation der pädagogischen Arbeit für das Kultusministerium.

      Sommermarkt

      Der Sommermarkt ist eine Elterninitiative, die diesen bunten Markt im Frühjahr/Frühsommer veranstaltet. Hier haben die einzelnen Klassen durch Klassenaktivitäten die Möglichkeit, ihre Klassenkasse aufzubessern. Ansprechpartnerin ist Frau Katrin Manow Tel.: 08869/911757.

      Spenden

      Spenden sind jederzeit herzlich willkommen. Ansprechpartnerin ist Frau Andrea Wolff im Schulbüro 08191/94930.

      T
      Telefonkette

      Eine Telefonkette wird vom Klassenlehrer oder beauftragten Personen gestartet und greift in der Regel bei kurzfristigen Angelegenheiten wie Krankheit eines Lehrers, geändertem Stundenplan oder Ähnlichem. Wer angerufen wird, erfährt vom Anrufer den Namen dessen, den er anzurufen hat. Meist erfolgen die Anrufe alphabetisch auf der Klassenliste nach oben oder unten. Wichtig: die Telefonkette darf nicht unterbrochen werden, sonst riskieren wir den Fall, dass beispielsweise eine berufstätige Mutter erst um 21 Uhr abends erfährt, dass der Unterricht am nächsten Tag ausfällt. Geben Sie deshalb bitte Ihre Nachricht auch nur einem Erwachsenen weiter. Wenn Sie auf einen Anrufbeantworter treffen, hinterlassen Sie die Nachricht. Wenn Sie niemanden erreichen, nehmen Sie den nächsten Namen auf der Liste. Das geht so lange, bis Sie die Nachricht an den Mann oder die Frau gebracht haben. Die bis dato Unerreichten bleiben sozusagen in Ihrer Obhut. Wir bitten Sie, es in regelmäßigen Abständen weiter zu versuchen.

      V
      Veranstaltungen

      Darüber informieren Sie das Monatsblatt, die Schul-Internetseite und der halbjährlich erscheinende Veranstaltungskalender. Zusätzlich hängen Plakate in den Aushangkästen am Haupteingang und an der Sporthalle. Externe Informationen und Veranstaltungen werden neben dem Eingang zur Cafeteria im Gang ausgehängt.

      Vertrauenskreis

      An den Vertrauenkreis können Sie sich wenden, wenn nach intensiven Gesprächen Konflikte zwischen Eltern und Lehrern nicht gelöst werden konnten. Ihre Angelegenheit wird vertraulich behandelt und die Erfahrung zeigt, dass eigentlich immer eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Mitglieder sind:
      Frau Barbara Baum – Mutter
      Herr Rüdiger Damm-Blumrich – Lehrer und Vater
      Herr Christian Moser – Vater

      W
      Wachsmalblöckchen

      Wachsmalblöckchen und Wachsmalstifte: können Sie bei unseren Damen und Herren in der Bibliothek freitags von 11.00 Uhr bis 13.15 Uhr erhalten.

Fragen und Antworten

  • Pädagogik

    Welche Kinder werden an einer Waldorfschule aufgenommen?

    Waldorfschulen stehen grundsätzlich allen Kindern offen – unabhängig von Religion, ethnischer Herkunft, Weltanschauung und Einkommen der Eltern. Nach ausführlichen Informationselternabenden findet für jedes Kind ein individuelles Aufnahmegespräch an der Schule statt. Auch in höhere Klassen können Schüler* als Quereinsteiger aufgenommen werden.

    Worin unterscheiden sich Waldorfschulen überhaupt von anderen Schulen?

    Waldorfschulen wollen gleichermaßen intellektuelle, kreative, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten bei den Kindern und Jugendlichen entwickeln. Vom ersten Schuljahr an lernen Waldorfschüler zwei Fremdsprachen. Jungen und Mädchen stricken, nähen und schneidern gemeinsam in der Handarbeit und sägen, hämmern und feilen zusammen im Werkunterricht. In jeder achten und zwölften Klasse studieren sie ein anspruchsvolles Theaterstück ein und setzen sich in einer großen Jahresarbeit mit einem Thema ihrer Wahl in Theorie und Praxis auseinander. Die Fächer Gartenbau und Eurythmie sind feste Bestandteile des Lehrplans.

    Wer war Rudolf Steiner und was hat er mit der Waldorfpädagogik zu tun?

    Rudolf Steiner ist der Begründer der Waldorfpädagogik. Emil Molt, Besitzer der damaligen Waldorf Astoria Zigarettenfabrik, gründete mit ihm zusammen die erste Waldorfschule in Stuttgart. Inhalt und Methode der Waldorfpädagogik beruhen auf Rudolf Steiners Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Neben der Pädagogik fanden Rudolf Steiners geisteswissenschaftliche Forschungen auch Eingang in die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die Anthroposophische Medizin und die Kunst.

    Muss ein Kind künstlerisch begabt sein, damit es für die Waldorfschule geeignet ist?

    Nein, die Waldorfschule ist eine Schule für alle Begabungsrichtungen. Die neuere Hirnforschung hat aber eindrucksvoll belegt, dass Kinder und Jugendliche durch künstlerisches Üben viele Kompetenzen erwerben, die weit über die unmittelbare Tätigkeit hinausreichen. Wenn Waldorfschüler malen, zeichnen, plastizieren oder musizieren, geht es daher vor allem um die Schulung differenzierter Wahrnehmungen und die Entfaltung ihres schöpferischen Potenzials; die Begabungen der einzelnen Schüler werden dabei natürlich berücksichtigt. Waldorflehrer sind bestrebt, den Verstand, die Kreativität und die eigenständige Persönlichkeit ihrer Schüler gleichgewichtig zu entwickeln.

    Ist es nicht so, dass hauptsächlich Kinder mit Lernschwierigkeiten auf eine Waldorfschule gehen?

    Nein. Ausdrücklich nein. An Waldorfschulen lernen Kinder aller Begabungsrichtungen wie an den staatlichen Regelschulen auch, nur dass hier neben intellektuellen Fähigkeiten gleichgewichtig auch soziale und handwerklich künstlerische Fähigkeiten gefordert und gefördert werden. Die individuelle Förderung von Kindern mit besonderem Assistenzbedarf ist eine wichtige Säule der Waldorfpädagogik, die entweder in Schulen mit einem inklusiven Konzept oder in heilpädagogischen Förderschulen umgesetzt wird.

    Stimmt es, dass Waldorfschulen immer sehr große Klassen haben?

    Das ist von Schule zu Schule verschieden, aber es ist richtig, dass es manchmal große Klassen gibt. In vielen Fächern werden die Klassen dann allerdings in zwei oder drei Gruppen geteilt. Kinder, die sich in einem Fach leichter tun, helfen denen, die es schwerer haben. Schülern, die ganz besonders schnell auffassen, geben die Lehrer schwierigere Zusatzaufgaben. In einer großen Klasse entsteht durch die Vielzahl der unterschiedlichen Persönlichkeiten, Temperamente und Eigenschaften der Kinder über zwölf Schuljahre eine soziale Gemeinschaft, in der die jungen Heranwachsenden aneinander lernen.

    Stimmt es, dass es an Waldorfschulen keine Noten und kein Sitzenbleiben gibt?

    Auch wenn Waldorfschulen in der Unter- und Mittelstufe auf Noten verzichten, werden die Schülerarbeiten selbstverständlich gewürdigt. An Stelle der Noten stehen individuelle Beurteilungen, in denen die Lehrer gleichermaßen auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Lernfortschritte ihrer Schüler eingehen. Es zählt also nicht allein der Wissensstand, sondern die Gesamtentwicklung in einem bestimmten Zeitraum. Waldorfschüler lernen von der ersten bis zur zwölften Klasse in einer stabilen Klassengemeinschaft, unabhängig vom angestrebten Schulabschluss: Niemand wird unterwegs sitzengelassen.

    Ohne Noten und ohne Sitzenbleiben: sind die Kinder dann überhaupt zum Lernen motiviert?

    Da der Waldorfunterricht sehr handlungsorientiert und auf die jeweilige Entwicklungsphase der Schüler abgestimmt ist, stellt sich dieses Problem nur selten. Eigeninitiative entwickeln die Kinder und Jugendlichen nicht aufgrund von äußerem Leistungsdruck, sondern aus lebendigem Interesse und persönlicher Begeisterung für die vielfältigen Unterrichtsinhalte. Diese gestaltet der Lehrer kreativ und lebensnah, so dass sie sich an der persönlichen Erfahrungswelt der Kinder orientieren und ihnen eigene Erlebnisse vermitteln. Waldorflehrer bereiten sich auf diese anspruchsvolle pädagogische Tätigkeit an eigenen Seminaren und Hochschulen vor.

    Ist Waldorfpädagogik nicht so etwas wie das Vorgaukeln einer heilen Welt? Kommen die Schüler später mit der „harten Realität“ zurecht?

    Die Praxis zeigt, dass gerade Waldorfschüler von Ausbildern besonders geschätzt werden. In einer Schule, die nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten anspricht, entwickeln sich Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, prozessual zu denken, vom ersten Schultag an. Umfangreiche Absolventenstudien zeigen, dass Waldorfschüler in allen Studien und Berufsfeldern sehr erfolgreich studieren und arbeiten.

    Welche Abschlüsse können an einer Waldorfschule gemacht werden?

    Alle. Da die einzelnen Bundesländer jeweils eigene Schulgesetze haben, gibt es zwar Unterschiede, aber grundsätzlich gilt, dass an einer Waldorfschule die üblichen staatlichen Abschlüsse erworben werden können: Haupt und Realschulabschluss ebenso wie das Abitur und meistens auch die Fachhochschulreife. Am Ende des zwölften Schuljahres (an einigen Schulen am Ende der elften Klasse) bieten zahlreiche Waldorfschulen zusätzlich einen eigenen Waldorfschulabschluss an, der ihren Schülern Gelegenheit gibt, neben den Prüfungsfächern der staatlichen Abschlüsse ihre individuell erworbenen Kompetenzen zu präsentieren. Das dreizehnte Schuljahr dient in der Regel der gezielten Vorbereitung auf das Abitur.

    Ist die Waldorfschule eigentlich teuer?

    Es ist ein Prinzip der Waldorfschule, kein Kind aus finanziellen Gründen abzulehnen. Da aber die Zuschüsse an freie Schulen in allen Bundesländern niedriger sind als jene, die staatliche Schulen erhalten, müssen Waldorfschulen Schulgelder von den Eltern verlangen – obwohl sie erwiesenermaßen besser wirtschaften als Schulen in öffentlicher Trägerschaft. Um dennoch allen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, bilden die Lehrer und Eltern Solidargemeinschaften, die zwar an jeder Schule etwas anders ausgestaltet sind, sich aber immer darum bemühen, die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Familien auszugleichen.

    Die Waldorfschulen nennen sich „freie Schulen“. Heißt das, dass die Kinder dort antiautoritär erzogen werden?

    Der Begriff „freie Schulen“ bedeutet nicht, dass es keine Regeln gibt, sondern dass diese Schulen eine weitgehende pädagogische Autonomie haben. Waldorflehrerinnen und -lehrer bauen in der Unterstufe ein von liebevoller Autorität geprägtes Verhältnis zu ihren Schülern auf. Kinder suchen ihre Grenzen. Nur wenn sie Grenzen von den Erwachsenen erfahren, fühlen sie sich einerseits sicher und erleben sich andererseits als eigene Persönlichkeit. Im Laufe der Schulzeit wandelt sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis immer mehr zu einer umfassenden Lernpartnerschaft.

    Warum haben die Kinder in den ersten acht Schuljahren nach Möglichkeit ein und denselben Klassenlehrer?

    In einer Gemeinschaft, die von Beständigkeit und Rhythmus geprägt ist, können Kinder sich gesund entfalten. Um ihnen darin eine verlässliche Stütze zu sein, begleitet ein Waldorf Klassenlehrer „seine“ Klasse nach Möglichkeit sechs bis acht Jahre lang und unterrichtet jeden Morgen mindestens die ersten beiden Stunden eines Schulvormittags. In wechselnden „Epochen“ bringt er den Schülern jeweils über mehrere Wochen den Stoff unterschiedlicher Themengebieten nahe. Dabei lernt er seine Schüler sehr gut kennen und kann individuell auf ihre Stärken und Schwächen eingehen.

    Was ist unter „Epochenunterricht“ zu verstehen?

    Während der ersten beiden Stunden eines Schulvormittags arbeiten die Schüler über mehrere Wochen intensiv an jeweils einem Fachgebiet .So haben die Schüler zum Beispiel drei Wochen lang jeden Morgen zwei Stunden Mathematik, Geografie, Deutsch, Geschichte oder ein anderes Hauptfach. Nach einigen Wochen wechselt der Inhalt der Epoche zu einem anderen Thema, sodass die Schüler sich intensiv damit verbinden. Grundfertigkeiten wie Rechnen oder Schreiben festigen die Schüler über den Epochenunterricht hinaus in fortlaufenden Übstunden. Im Anschluss an den Epochenunterricht übernehmen Fachlehrer den Unterricht in Sport, Fremdsprachen, Eurythmie, Religion, Musik und in den handwerklich künstlerischen Fächern.

    Kann ein Lehrer in allen Fächern überhaupt qualifiziert sein?

    Klassenlehrer decken an einer Waldorfschule tatsächlich ein großes Spektrum an Fächern ab. In besonderen Ausbildungswegen, die sie in einem Vollstudium oder postgraduiert im Anschluss an eine wissenschaftliche Ausbildung an einem der Seminare im Bund der Freien Waldorfschulen oder an einer Hochschule mit Waldorfqualifikation durchlaufen, werden sie gezielt darauf vorbereitet. Für Klassen-, Fach- und Oberstufenlehrer gilt gleichermaßen, dass ihre Ausbildung mindestens gleichwertig zur staatlichen Ausbildung sein muss. In der Unter- und Mittelstufe liegt der Schwerpunkt allen Lernens nicht nur auf der Vermittlung reinen Fachwissens, sondern es geht auch darum, den Schülern eine lebendige, erfahrungsgesättigte Beziehung zu den Lerninhalten zu ermöglichen. So kann Lernen Freude machen – ein Leben lang.

    Wie werden die Jugendlichen in der Oberstufe auf die Berufswelt vorbereitet?

    In der Oberstufe unterrichten in allen Fächern akademisch beziehungsweise handwerklich ausgebildete Lehrer die Jugendlichen. Die praktischen Fähigkeiten, die die Schüler sich über die gesamte Schulzeit hinweg angeeignet haben, finden von der achten Klasse an Ergänzung durch diverse Praktika: In einem Landwirtschafts- und einem Forstpraktikum, einem Feldmess-, einem Betriebs- und einem Sozialpraktikum erhalten die Schüler eine ausgesprochen lebensnahe Ausbildungsgrundlage. Dabei liegt der eigentliche Sinn der Praktika nicht in der Berufsfindung, sondern vor allem im Erüben wichtiger sozialer Fähigkeiten.

    Kommt die Vorbereitung auf die Abschlüsse nicht zu kurz, wenn so viele Praktika stattfinden, Theater gespielt und handwerklich gearbeitet wird?

    Es ist richtig, dass diese Aktivitäten zusammen mit dem Lernpensum in manchen Schuljahren eine Doppelbelastung für die Schüler bedeuten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Prüfungsleistungen hierunter nicht leiden. Denn die durchschnittlichen Abschlussnoten der Waldorfschüler liegen im Durchschnitt mindestens auf dem gleichen Niveau wie bei Schülern von staatlichen Schulen.

    Werden die Kinder an der Waldorfschule weltanschaulich unterrichtet?

    Die von Rudolf Steiner entwickelte Anthroposophie ist eine Erkenntnishilfe für die Lehrer, zu keinem Zeitpunkt aber ist sie Gegenstand des Unterrichts. Da die Waldorfschule eine überkonfessionelle Schule ist, entscheiden zunächst die Eltern, welchen Religionsunterricht ihr Kind besuchen soll. Später entscheiden die Jugendlichen das dann selbst.

    Was hat es mit dem Fach Eurythmie auf sich?

    Eurythmie ist eine Bewegungskunst, die an Waldorfschulen in allen Klassen unterrichtet wird. Im Unterschied zu gymnastischen, pantomimischen oder tänzerischen Bewegungen, die völlig frei gestaltet werden können, gibt es in der Eurythmie für jeden Buchstaben und jeden Ton eine ganz bestimmte Gebärde – es handelt sich also um sichtbar gemachte Sprache und Musik. In der Lauteurythmie stellen die Schüler zum Beispiel dar, was in einem Gedicht an Lauten lebt, und in der Toneurythmie, was in den Tonintervallen einer musikalischen Komposition lebt.

    Spielen die Naturwissenschaften an der Waldorfschule überhaupt eine Rolle? Und wie stehen die Waldorfschulen zum Umgang mit dem Computer?

    An der Waldorfschule stehen die naturwissenschaftlichen Fächer gleichgewichtig neben allen anderen Unterrichtsfächern. Das Fach Informatik ist fester Bestandteil im Lehrplan der Waldorfschulen, wobei die Pädagogen Wert darauf legen, dass sich die Kinder, bevor sie die virtuelle Welt kennen lernen, mit der natürlichen Welt vertraut machen und ihre sozialen und schöpferischen Fähigkeiten entwickeln. Eine PISA-Studie zu den Naturwissenschaften bescheinigte Waldorfschülern weit überdurchschnittliche naturwissenschaftliche Kompetenzen und führte dies unmittelbar auf die praktizierte Unterrichtsmethode zurück.

    Was ist, wenn meine Familie umzieht?

    In Deutschland gibt es fast überall eine Waldorfschule in erreichbarer Nähe – Mitte 2011 waren es 225, aber Neugründungen kommen in jedem Jahr dazu. Auf unserer Homepage (www.waldorfschule.de) finden Sie die Schulen in Ihrer Nähe. Eine Aufnahmegarantie nach dem Umzug gibt es zwar nicht, aber jede Waldorfschule wird sich darum bemühen. Ein Wechsel von und zu staatlichen Regelschulen bedeutet zwar eine Umstellung, ist aber möglich und keine Seltenheit. Falls Sie ins Ausland ziehen wollen: Weltweit gibt es – mit deutlich steigender Tendenz – mehr als 1.000 Waldorfschulen (Stand August 2011). Damit sind die Waldorfschulen die größte überkonfessionelle und nichtstaatliche pädagogische Bewegung der Welt.

Vertiefen und erforschen – Downloads und Links

  • Kontakt

    ANREDE *